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Betreff: |
Demonstration einer E-Kurzbetäubung beim Rind (Bericht Hartinger) |
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Absender: |
"Ines Odaischi" |
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Empfänger: |
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Datum: |
24. Jun 2005 09:02 |
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Sehr geehrte Frau Dr.
Bierwirth,
vielen Dank für
das gute Telefongespräch.
Dr.
Hartinger beschreibt in seinem Buch "Das betäubungslose
Schächten der Tiere im 20. Jahrhundert" auf Seite 78f eine
E-Kurzzeitbetäubung bei einem Rind, die in Tierschutzkreisen
weithin bekannt ist und natürlich sehr verunsichert. Da man Dr.
Hartinger nicht mehr fragen kann, wäre eine kompetente
Beurteilung dieses Berichts dringend erforderlich, z. B. wird kein
Krampfanfall geschildert (hat er keinen beobachtet, oder gab es ihn
nicht, und die Amperezahl ist auch geringer als heutzutage üblich);
dennoch das können unmöglich die einzigen Fehler sein (z.
B. Ausblutungszeit bzw. noch wichtiger: Eintritt der Bewußtlosigkeit
ab welcher Menge des Verlusts des Blutvolumens; insb. bei Rindern,
deren Gehirn von der Anatomie her anders mit Blut versorgt wird als
z. B. Schafen). Kurz: Was ist bei dieser Betäubung so schief
gelaufen, daß man versucht ist, die E-Kurzzeitbetäubung
bei Rindern generell auszuschießen.
Hartinger
beschreibt eine Demonstration mit folgenden technischen
Daten:
Stromdurchflußdauer
ca 5
Sekunden
Stromspannung
42 - 60
Volt
Stromfrequenz
50
Hertz
Stromstärke
1 Ampere
Dauer
der Bewußtlosikeit max 60
Sekunden
Beschreibung
des Verlaufs:
"Die
Betäubungs-Schnelligkeit des
Elektrogerätes
war sehr gut, obgleich die Tiefe der hervorgerufenen
Bewußtlosigkeit
des Tieres und damit seiner Schmerzempfindung direkt
nicht
beantwortet werden kann.
Die
Betäubung dauerte etwa 1
Minute
Unmittelbar
nach der einsetzenden
Betäubung
wurde der typische Schächtschnitt durchgeführt und das
Tier
gleichzeitig
an den Hinterläufen aufgehängt. Es blutet also in
dieser
Stellung
aus: - und der Ausblutungsvorgang dauerte jedoch etwa 4 -
5
Minuten.
Bereits
nach max 2 Minuten schien die
Betäubung
restlos aufgehört, denn das Rind begann mit eindeutigen
Abwehr-
und Fluchtreaktionen, soweit es ihm natürlich möglich
war.
Daß
aber keineswegs unkontrollierte
Reaktionen,
unbewußte Reflexe oder Folgen einer Anoxaemie des
Gehirns
vorlagen
- wie eine Tierärztin referierte - zeigten koordinierte
und
rhythmische
Laufbewegungen der freien Beine, schnaubende
langzeitige
Riechbewegngen
der gesamten Nasenregion, wiederholte schüttelnde
Abwehrreaktionen
des Kopfes sowie wiederholtes Verlagern des Schwanzes
von
einer Seite auf die andere. Auch Ohrenbewegungen waren
zu
beobachten.
Bei
der Bewertung der Effizienz dieser
Kurzzeitbetäubung
muß festgehalten werden, daß sie sehr rasch einsetzt:
die
Tiefe der Bewußtlosigkeit aber nicht zu beurteilen ist. Sie
scheint
jedoch
nicht ausreichenddie Schmerzempfindung
auszuschalten.
Außerdem ist sie nicht lang
genug,
denn
das Tier wacht noch vor
Ende
des Blutentzuges also vor seinem Tod auf. Die dann einsetzenden
koordinierten Bewegungen
lassen
darauf schließen, daß einerseits das Tier starke
Schmerzen
empfunden
hat und andererseits das Erinnerungsvermögen daran
erhalten
bleibt."
Nach
Hartinger fand die Demonstration am
24.
6. 1996 im Städt. Schlachthof Karlsruhe statt.
Für
eine zuverlässige und kompetente Kommentierung dieser
Demonstration wäre ich sehr dankbar.
Mit
freundlichen Grüßen
Ines
Odaischi
Färbergasse
13
68526
Ladenburg