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Kirchenzeitung | Kapuzinerstraße
84 | 4020 Linz
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Vom Herrgott und vom Hochstand St. Georgen an der Gusen |
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Die Jagdhornbläsergruppe St. Georgen an der Gusen in der Pfarrkirche St. Georgen.
Die Jagdmusik und im Besonderen die Hubertusmesse ist ein Ausdruck für die enge Beziehung zwischen der Ausübung der Jagd und der spirituellen Dimension der Jagd, sagt Josef Lugmayr. Der Theologe ist selbst Jäger und hat für die Jagdhornbläsergruppe St. Georgen an der Gusen zur Hubertusmesse meditative Texte teilweise selbst verfasst und andere aus der Literatur gesucht. Einfach zu spielen sind sie nicht die Parforce Hörner gemeinhin Jagdhörner genannt. Hört man den Jägern aber zu, wenn sie im Vierkanter von Johann Hattmannsdorfer zur Probe zusammenkommen, dann spürt man die Freude, die ihnen ihr Instrument bereitet. Mehr als vierzig Auftritte hat die Gruppe im Jahr: Maiandachten, Gottesdienste, Festakte. Aber die bedeutendsten und die ursprünglichsten Einsätze sind die musikalischen Begleitung der Jagd. Jagden verblasen nennen das die Jäger in ihrer Sprache. Neben den Signalen zur Begrüßung und zum Sammeln gibt es am Ende das Totverblasen. Ein berührender Augenblick, erklärt Josef Lugmayr. Es wird das erlegte Wild aufgelegt, die Jäger nehmen den Hut ab und und hören auf die Melodien der Hörner: Das ist eine Ehrfurchtsbezeugung gegenüber dem Schöpfer und ein Akt des Respekts gegenüber der Natur, in die man eingegriffen hat. Jagdliches Tun und Innehalten bei der Jagd sind einander sehr nahe. Kopfnickend stimmen die Jagdhornbläser ihrem Kollegen Lugmayr zu und beginnen zu erzählen, was ihnen der Gang in das Revier, vor allem jetzt im Frühjahr bedeutet: Wenn ich mir die Farbtöne eines einzelnen Blattes in aller Ruhe anschaue: Das gibt mir innerlich sehr viel. Da bekommt man Ehrfurcht, vor dem, der das gemacht hat, meint Hattmannsdorfer. Und er betont nachdrücklich zwar ohne Seitenhieb auf die Gottesdienste , dass er sich in der Natur dem Herrgott oft näher fühle als in der der Kirche. Die Nähe zum Schöpfer erlebst fast nur mehr in der Stille am Hochstand, unterstreicht Franz Hanl die Erfahrungen von Hattmannsdorfer. Das Hineinleben in die Natur, wie Rudolf Wochenalt und Hans Stumptner ihre Verbindung mit der Natur beschreiben, bedeutet ihnen viel. Und die Musik ihrer Hörner gibt diesem Erleben noch eine besondere Tiefe. Waidgerecht Jagen. Wenn das Töten auch zum Waidwerk gehört, es ist nicht die Lust am Schießen, was die Faszination des Jäger-Seins ausmacht, spricht Lugmayr ein Thema an, das bei einem Gespräch mit Jägern unvermeidlich ist: Das Töten gehört dazu. Da die Tiere keine natürliche Feinde mehr haben, ist das regulierende Eingreifen des Menschen nicht wegzudenken und werde sogar von der Behörde verlangt. Aber wir machen das waidgerecht und greifen ehrfurchtsvoll in die Natur ein.
Beten in der NaturMan sagt der Jäger sei ein Sünder, weil selten er zur Kirche geht. Jedoch: Ein Blick zum heitren Himmel, ist besser als ein falsch Gebet. Dieser Spruch ist bei uns zu Hause in der Jägerstube zwischen den Geweihen gehängt, erzählt Josef Lugmayr. Auf humorvolle Weise bringt der Zweizeiler zum Ausdruck, wie Jäger oft gesehen werden oder wie sie selbst empfinden. Wie sehr das Erleben der Natur und Ehrfurcht vor dem Schöpfer zusammengehören können, beschreibt Lugmayr in den Hinführungen zu den Musikstücken der Jägermesse. Waidmannsheil, der Gruß der Jäger, darf kein leeres Wort werden, sondern er ist für Jäger ein Auftrag: verantwortlich im Gefüge der Natur zu handeln und das labile Gleichgewicht der Arten zu erhalten. Die Jägermesse auf CDDiesen Part habe ich entfernt, ich mache für sowas bestimmt keine Werbung !! (Werner Modes)
2007-05-23 08:52:07 |
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